Über diese Seite

Diese Website thematisiert das Problemfeld der zunehmenden Militarisierung des digitalen Raums und damit zusammenhängende Fragen nach „digitalen Waffen“, Rüstungskontrolle und Verifikation. Es werden Hintergrundinformationen zum Thema Cyberwar und Cyberpeace sowie aktuelle Entwicklungen und wichtige Ereignisse zusammengezustellt und dokumentiert. Ein Teil davon ist die kontinuierlich aktualisierte Analyse- und Dokumentationsdatenbank vergangener Cyber-Vorfälle sowie relevante Dokumente als Quelle für Recherchen. Wissenschaftliche Grundlage ist das Promotionsprojekt „Vertrauensbildung, Abrüstung und Verifikation im Cyberspace“ am Fachgebiet „Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit“ der TU Darmstadt in Kooperation mit der Forschungsgruppe IFAR² des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).

BSI-Zahlen zu kritischen Infrastrukturen oder: Vom Unterschied zwischen Cyber-Attacken und Cyber-Vorfällen

Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete am vergangenen Sonntag in ihrer Wochenendsausgabe „Welt am Sonntag“ (Kopie) von Fallzahlen des deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), denen zufolge Cyber-Angriffe auf deutsche kritische Infrastrukturen im letzten Halbjahr 2018 sprunghaft zugenommen haben sollen. Laut den Meldungen sollen in der zweiten Hälfte 2018 Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen in 157  Fällen gemeldet worden, darunter 19 Attacken die sich gezielt gegen Einrichtungen der Stromversorgung gerichtet haben sollen. … →

Deutschland stellt Cyberkräfte für NATO-Einsätze zur Verfügung

Laut einer Mitteilung der Presseagentur AFP hat Deutschland beim vergangenen Treffen der Nato-Verteidigungsminister, dass in dieser Woche in Brüssel stattfand, seine militärischen Fähigkeiten und Kapazitäten im Cyberbereich zur Verfügung gestellt. Dabei sollen diese „dem Vernehmen nach auch Fähigkeiten, offensiv gegen Angreifer vorzugehen und in gegnerische Systeme einzudringen“ umfassen (Q: Zeit.de / Kopie). Der Deutschlandfunk (Kopie) berichtet mit Bezug auf die AFP-Mitteilung, dass sich ein möglicher Einsatz der Cyber-Fähigkeiten nur auf Nato-Missionen im Ausland bezieht, wie etwa in Afghanistan oder im Irak. … →

[Lesetipp] 5G, Huawei und Möglichkeiten zur Sicherung der Kommunikations-Infrastrukturen

In Ergänzung zu der Einschätzung der aktuellen Debatte über die Verwendung von 5G-Technologie des chinesischen Unternehmens Huawei soll an dieser Stelle auf eine Analyse der Stiftung Neue Verantwortung hingewiesen werden, die sich dem Thema nochmals mit einem breiten Blickwinkel nähert. Dabei steht allgemein die Frage im Vordergrund, welchen Einfluss der gegenwärtige Zustand und der geplante Ausbau von Kommunikationsmitteln und Infrastrukturen auf die nationale Sicherheit hat und weiter haben könnte:
The trustworthiness and resilience of mobile networks depend not just on the robustness of 5G standards but how those standards are implemented by the manufacturer and how securely these systems are configured and managed by the operator. … →

[Lesetipp] Realitätsabgleich zu Meldungen über tausende neue Schadprogramme und Cyberattacken

Im Rahmen von Diskussionen aber auch zum Teil bei offiziellen Presseverlautbarungen von Behörden und Ministerien gibt es immer wieder Verweise auf akute Bedrohungen im Cyberspace die entweder mit tausenden abgewehrten Cyber-Angriffen pro Tag begründet werden oder mit dem Hinweis darauf, dass täglich Unmengen neuer Schadprogramme entstehen würden. In diesem Zuge tut sicherlich ein wenig Empirie und technische Analyse gut um die Aussagekraft solcher Zahlen zu hinterfragen. Diesbezüglich sei zum einen auf einen bereits etwas älteren Text bei heise.de („Zahlen, bitte! … →

[Lesetipp] IT-Spionage im „Handelskrieg“

Im Kontext der aktuellen Vorwürfe gegen Huawei empfiehlt sich ein Beitrag bei heise.de, der sich mit Industriespionage zu Mikrospeicher-Technologie befasst: „USA legen chinesischen DRAM-Chiphersteller lahm“ (Kopie). Der Artikel beleuchtet am  Beispiel einer neuen Fabrik zur Herstellung solcher Bauteile und damit verbundenen Vorwürfen der Industrie-Spionage durch die USA das Zusammenspiel von außen- und wirtschaftspolitischen Interessen:
„Wenn China die wichtigste Technik eines amerikanischen Marktführers ergattert, kann das unsere nationale Sicherheit gefährden“, sprach FBI-Direktor Christopher Wray im November 2018. … →

Der Fall Huawei: Ein Lehrstück zur Abhängigkeit von IT, sicheren Produktionsketten und der Gefahr von Hintertüren

Der chinesische IT-Konzern Huawei steht seit längerem in der internationalen Kritik und unter dem Verdacht, durch Einflußnahme der chinesischen Regierung in ihren IT-Produkten und der verkauften Hardware Hintertüren für Spionage (und möglicherweise Sabotage) einzubauen und an staatliche Institutionen weiterzugeben. In der Vergangenheit hat es mit Blick auf chinesische Unternehmen, insbesondere ZTE immer wieder offizielle Vorstöße gegeben, deren Technologie bei der Ausrüstung staatlicher Einrichtungen auszuschließen (exemplarisch eine Meldung der FAZ zu Japan / Kopie). … →

[Kurz notiert] Standort der Agentur für Disruptive Innovationen im Cyberspace bekannt gegeben

Die als Kooperationsprojekt des Bundesinnenministeriums und des Verteidigungsministeriums geplante „Agentur für Disruptive Innovationen im Cyberspace“ (ADIC), in einigen der offiziellen Pressemitteilungen auch als „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“ tituliert soll im Großraum Halle/Leipzig angesiedelt werden (Kopie). Die Gründung der Agentur war 2018 durch einen Kabinettsbeschluß  festgelegt worden und „den Schutz vor Angriffen im Internet verbessern und neue Technologien entwickeln“. Allerdings gibt es durchaus Unklarheiten über die genauen Zielsetzungen und die geplante Verwertung der dort zu erstellenden Hilfsmittel. … →

[Kurz notiert] Südsee-Staat durch kaputtes Untersee-Kabel großteils vom Internet abgeschnitten

Der Südsee-Staat Tonga war in den vergangen vierzehn Tagen von einem de-facto Ausfall der gesamten Breitband-Internet-Versorgungen betroffen. Ursache für den Ausfall waren Schäden (Kopie) an dem einzigen unterseeischen Internetkabel, dass Tonga über Fiji an das weltweite Internet-Backbone anschließt. Als einzig verbliebene Notfall-Verbindungen wurden Satellitenverbindungen für internationale Telefonie und Bank-Geschäfte eingesetzt, deren Leistungs- und Datenübertragungsfähigkeiten jedoch erheblich eingeschränkter sind. Viele reguläre Internetdienstleistungen mussten dementsprechend geblockt werden. … →

[Lesetipp] Analyse der Cyber-Fähigkeiten des chinesischen Militärs

Ein neuer Bericht des US-amerikanischen militärischen Nachrichtendienstes DIA (Defense Intelligence Agency) gibt einen Überblick über die Fähigkeiten von Chinas gesamten Militär und analysiert dabei auch dessen Kapazitäten Cyber-Mittel in zukünftigen Konflikten einzusetzen. Den Autoren zufolge könnten sich diese vor allem auf drei Aufgabenbereiche konzentrieren:

  • Erkennung von Cyberangriffen und Lagebildaufklärung um eigene Cyberangriffe besser planen zu können
  • Informationsdominanz in den frühen Stadien eines Konflikts, um die Handlungen eines Gegners einzuschränken bzw.

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[Kurz notiert] Verfassungsschutz warnt vor Cyberspionage durch andere Staaten

Der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Thomas Haldenwang hat sich anlässlich einer gemeinsame Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Seehofer zu den, aus Sicht des Amtes, größten Herausforderungen seiner Behörde geäußert. Dabei verwieß er neben anderen Themen auch auf die Spionage im Cyberspace und bezog dieseauf die Aktivitäten fremder Staaten:
„Wir werden beobachtet von den Nachrichtendiensten anderer Staaten“, sagte Haldenwang am Montag in Köln bei der Amtseinführung der neuen Spitze der Behörde durch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). … →