Über diese Seite

Diese Website thematisiert das Problemfeld der zunehmenden Militarisierung des digitalen Raums und damit zusammenhängende Fragen nach „digitalen Waffen“, Rüstungskontrolle und Verifikation. Es werden Hintergrundinformationen zum Thema Cyberwar und Cyberpeace sowie aktuelle Entwicklungen und wichtige Ereignisse zusammengezustellt und dokumentiert. Ein Teil davon ist die kontinuierlich aktualisierte Analyse- und Dokumentationsdatenbank vergangener Cyber-Vorfälle sowie relevante Dokumente als Quelle für Recherchen. Wissenschaftliche Grundlage ist das Promotionsprojekt „Vertrauensbildung, Abrüstung und Verifikation im Cyberspace“ am Fachgebiet „Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit“ der TU Darmstadt in Kooperation mit der Forschungsgruppe IFAR² des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).

[In eigener Sache] Zur Zeit etwas ruhiger hier, aber …

Die regelmäßigen Leser_Innen haben sicher bereits gemerkt, dass es hier aktuell etwas stiller ist. Das hat sehr viele gute und erfreuliche Gründe, die es aber erforderlich machen, dass ich meine Zeit gerade an anderen Stelle bündeln muss. Zum einen wird dies aber nur übergangsweise so sein, zum anderen versuche ich, tagesaktuelle Informationen und Kurzeinschätzungen zu Cyber-relevanten Themen auf Twitter unter @CyberPeace1 weiterzugeben. Gern also dort mal vorbeischauen.
Umfangreiche Auswertungen oder Analysen wird es an dieser Stelle dennoch weiterhin geben, die Datenbank relevanter Cyber-Zwischenfälle wird weiter gepflegt und aktualisiert und natürlich gibt es ja auch die Suche für mittlerweile mehr als 6,5 Jahre an Beiträgen. … →

Auch BSI – zusammen mit anderen Ministerien – offen für Hack-Backs

In einem – leider kostenpflichtigen – Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom heutigen 7. August hat sich Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, für offensive Maßnahmen gegen Cyberattacken ausgesprochen. Konkret darauf angesprochen sagte er:
F: Braucht Deutschland zusätzlich die Möglichkeit, zurück zu hacken?
A: Das ist Frage, die auf politischer Ebene entschieden wird. Ich glaube, dass eines der industrialisiertesten Länder der Welt, das mit am stärksten von der künftigen Digitalisierung profitieren wird, diese Fähigkeit braucht. … →

Cyber-Einheiten der Bundeswehr lt. Interview „permanent im Krieg“ ?

Der Stern berichtet in einem Beitrag (lokale Kopie) unter anderem über das Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIR) und die Bedrohungen der Bundeswehr im Cyberspace. Im Artikel wird dabei ein Bundeswehr-Major zitiert, der unter anderem bei der vergangenen Locked Shields 2019 Übung der Bundeswehr das deutsche Team geleitet hat. Dieser wird mit einer denkwürdigen Aussage zitiert, die an dieser Stelle fürs Protokoll festgehalten werden soll: „Die Jungs und Mädels [des KdoCIR] hier sind die einzige Einheit der Bundeswehr, die permanent im Krieg ist. … →

Neue Details zum Cyber-Kommando und Planungen zum offensivem Wirken der Bundeswehr im Cyberspace

Im Rahmen einer Reaktion der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion DIE LINKE hat teilweise diese neue Antworten und Erkenntnisse zum Cyber-Kommando der Bundeswehr und den Planungen für offensives Wirken im Cyberspace veröffentlicht. Einige entscheidende Auskünfte sind leider nicht öffentlich und nur in einer, als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestufte Anlage enthalten. Dennoch sind die Auskünfte lesenswert und enthalten unter anderem zwei Auflistungen von Regierungsgremien und relevanten Ministerien, die sich an internationalen Kooperationen in Form von Gesprächsrunden, Verhandlungen etc. … →

[Lesetipp] Mehr Ver­antwortung für den ­Cyberspace – aber wie?

Vor dem Wochenende eine Lesetipp zu einem Text von Prof. Götz Neuneck aus dem Journal „Ethik und Militär“. Der Beitrag „Mehr Ver­antwortung für den ­Cyberspace – aber wie?“ (Kopie) setzt sich mit den Problemen und Herausforderungen der internationalen Sicherheitspolitik durch die Militarisierung des Cyberspace auseinander und der Frage, wie und in welcher Form geeignete politische und praktische Mittel erarbeitet und angewandt werden müssten um Rüstungswettläufe und Bedrohungsszenarien im Cyberspace zu reduzieren:
Was bedeutet das nun aber in einer zunehmend vernetzten und von digitalen Technologien bestimmten Welt? … →

[Kurz notiert] Neuer Studiengang „Intelligence and Security Studies“ an der Bundeswehr-Uni München

Das „Center for Intelligence and Security Studies“ der Bundeswehr-Universität in München bietet seit kurzem einen neuen Master-Studiengang für „Intelligence and Security Studies“ (Kopie) an, der sich explizit und ausschließlich an Personal der Bundeswehr sowie der Nachrichten- und Verfassungsschutzdienste richtet. Ziele des Studienganges sind unter anderem die:

  • Professionalisierung der nachrichtendienstlichen und sicherheitsbezogenen Ausbildung
  • Ausbau nachrichtendienstspezifischer und sicherheitsbezogener Forschung
  • Wissenschaftliche Beratung der Bundesregierung und der Politik zu nachrichtendienstlichen sowie sicherheitsbezogenen Themen
  • Stärkung der Innovationsfähigkeit der Nachrichtendienste und des militärischen Nachrichtenwesens

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem neuen Studiengang gibt es bei netzpolitik.org. … →

Deutsche Trainingseinrichtung für die Abwehr von Cyberattacken auf Stromversorgung eröffnet

Der Stromkonzern Innogy, eine Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE, hat vor wenigen Tagen (Kopie) in Essen ein Trainingszentrum eröffnet, in dem die Verteidigung von Cyberattacken auf Stromversorgungseinrichtungen trainiert werden kann.
CyberRange-e bietet Energieversorgern und Netzbetreibern ein einzigartiges Trainingsumfeld. In der Vorbereitungsphase analysieren wir Ihre IT/OT-Infrastruktur und bauen sie in der CyberRange-e nach. In der praktischen Trainingsphase, dem War Gaming, vertreten die Teilnehmer im „Blue Team“ ihre gewohnte Funktion als Betriebspersonal der Netzleitstelle, IT und Management. … →

Weitere Details zu aktuellen iranischen Hacking-Aktivitäten (gegen die USA)

Im Zuge des US-Iran-Konfliktes berichtet die Webseite cyberscoop.com über ein Interview mit David Hogue (Kopie), dem technischen Direktor des NSA Threat Operations Center. Dieser verweist in Bezug auf die iranischen Hacking-Aktivitäten darauf, dass diese von der NSA weiterhin im Bereich der Spionage eingeschätzt würde und keine offensiven Bedrohungen darstellen:
“I think they’re trying to get more insights onto what U.S. policymakers are either knowledgeable of or think of them,” Hogue said in an interview with CyberScoop. … →

Updates zur Cyberagentur von BMVg & BMI zu Standort, Rechtsform und offizieller Kritik

Zum geplanten gemeinsamen Projekt des Bundesministerium der Verteidigung und dem Bundesministerium des Innern, der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (formals ADIC), gibt es mittlerweile weitere Informationen. Zum einen wurde am gestrigen 3.Juni eine gemeinsame Absichtserklärung (Kopie) der Ministerien, sowie des Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt unterzeichnet, die den Standort für die Agentur nun, nach einigen Debatten, endgültig festlegt. Demzufolge soll  „die Cyberagentur noch 2019 in der Wirtschaftsregion Leipzig/Halle gegründet werden (..) und nach einer Interimsphase mit Sitz in Halle (Saale) im Jahr 2022 ihren dauerhaften Sitz am Flughafen Leipzig-Halle beziehen„. … →

[Lesetipp] Analyse von Russlands außenpolitischer Strategie im Kontext der hybriden Kriegsführung

Der US-Thinktank Carnegie Endowment for International Peace hat vor kurzem eine sehr lesenswerte Analyse veröffentlicht, die sich mit der sogenannten Primakov-Doktrin befasst. Diese, nach dem ehemaligen Außen- und Premierminister Jewgeni Primakow benannte Doktrin geht davon aus, dass eine von den Vereinigten Staaten dominierte unipolare Welt für Russland inakzeptabel ist und legt davon ausgehend die Grundsätze für die russische Außenpolitik fest. Die Analyse beleuchtet die seit vielen Jahren bestehenden außenpolitisch strategischen Vorgaben und setzt sie unter anderem in den Kontext der sogenannten Gerasimov-Doktrin, die seit 2014 insbesondere auf das Konzept der hybriden Kriegsführung als operatives Mittel der medialen Verzerrungen und Fälschungen von Nachrichten, die mittelfristig das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben soll:
The key question for the Kremlin is whether to push for greater capabilities and take additional risks in pursuit of a more ambitious set of global aspirations, or to continue to follow the Primakov doctrine and the careful practice of calculating the risks and benefits of a given course. … →