Offizielle Anschuldigung gegen Russland wegen staatlicher Hacking-Attacken durch mehrere Staaten /Update.3

In den vergangenen beiden Tagen haben Großbritannien, die USA und die Niederlande Russland angeschuldigt durch seinen militärische Nachrichtendienst GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) in den vergangenen Jahren für viele Hacking-Attacken der letzten Jahre verantwortlich zu sein. Bei den Anschuldigungen geht es unter anderem um einen Hacking-Versuch der Chemiewaffenkontroll-Organisation OPCW / lokale Kopie (Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons) die neben weiteren Aufgaben an der Untersuchung der mutmaßlichen Giftgasanschläge im Syrien-Krieg federführend beteiligt ist. Weitere Vorwürfe betreffen Cyberattacken gegen Anti-Doping-Agenturen in den USA und Kanada (lokale Kopie), Vorfälle im Ukraine-Konflikt und den US-amerikanischen Wahlkampf.  Bereits in den vergangenen Monaten gab es zu diesen und weiteren Vorfällen immer wieder derartige offizielle Anschuldigung, unter anderem in Bezug auf die Cyberattacken mit NotPetya, im Zuge der verstärkten Cyber-Kooperationen zwischen der EU und der NATO oder bei Cyber-Vorfällen gegen tschechische und norwegische Staatseinrichtungen Anfang 2017. Update (5.10.2018): Laut Medienberichten schließt sich auch Deutschland (lokale Kopie) offiziell den Anschuldigungen an. Update.2 (6.10.2018): Mitterweile unterstützen auch Australien (lokale Kopie) und die NATO  (lokale Kopie) die Anschuldigungen gegen Russland.

Der jetzt von Großbritannien veröffentlichte Bericht (lokale Kopie) enthält eine Auflistung von Cyber-Kampagnen, die durch GRU-Hacking verübt worden sein sollen bzw. von Namen unten denen die Hacker bislang aufgetreten sein sollen, unter anderem:

Der britische Bericht listet dabei weitere Vorfälle auf, die laut Erkenntnissen der Regierung und des federführenden National Cyber Security Centre (NCSC) mit „high confidence“ den russischen militärischen Nachrichtendienst als „almost certainly responsible“ Urheber identifiziert. Weitere Daten sind nicht veröffentlicht worden. Sollten diese Beweise jedoch vorliegen wäre dies eine bedeutende Veränderung der aktuellen Situation, da Russland in der Vergangenheit immer abgestritten hatte direkt durch staatliche Institutionen an den Cyberattacken verantwortlich zu sein und stattdessen auf zivile, patriotische Hacking-Gruppen verwiesen die nicht unter dem Einfluß der russischen Regierung stehen würden. Mit den Vorwürfen dürften zumindestens die politischen Forderungen und der Druck auf die russische Regierung steigen sich hier verantwortlich zu zeigen und den aktuellen Entwicklungen entgegen zu steuern. Auf der anderen Seite wird auch im NATO-Verbund der Bereich Cyber zunehmend ausgeweitet und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit vergleichbar in fremden IT-Systemen aktiv. Für eine Entspannung der Situation wird es entscheidend sein, ob und wie alle Seiten bereit sein werden ihre Aktivitäten einzugrenzen und über politische Maßnahmen zu sprechen.

Update.3 (6.10.2018): Das russische Außenministerium wies die Vorwürfe (lokale Kopie) unterdessen als haltlos und Gegenstand einer „Fantasie“ und „Spionage-Manie“ zurück.