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USA erwägen Cyberattacke gegen Russland

Einem Bericht des US-amerikanischen Senders NBC News zufolge (lokale Kopie) erwägt das Weiße Haus Cyberattacken gegen Russland als Antwort auf die mutmaßlich staatlichen russischen Hackern zugeschriebenen Angriffe auf Wahlkampf-Institutionen der vergangenen Wochen. Der Sender verweist auf interne Quellen in der US-Regierung und spricht davon, dass seitens der CIA bereits Planungen für geheime Cyberangriffe laufen und Ziele identifiziert wurden, mit deren Hilfe kompromittierende Informationen zu Russlands Präsident Putin gesammelt werden sollen. Die Meldung passt zu einem früheren Bericht von SearchSecurity (lokale Kopie), dass die USA mit angemessenen („proportional“) Reaktionen auf den Hack des Democratic National Comitee reagieren werden:

President Barack Obama also made it clear that cyberattacks by Russian hackers would not be tolerated, as White House spokesman Josh Earnest told reporters on Air Force One: „There are a range of responses that are available to the president, and he will consider a response that is proportional. It is certainly possible that the president can choose response options that we never announce.“  (Q: SearchSecurity / lokale Kopie)

Bei den Hacking-Attacken wurden E-Mailkonten und Server von Wahlkämpfern vorrangig der demokratischen Partei beeinträchtigt und Daten entwendet, was seitens der US-Regierung als Einmischung in den laufenden Präsidentschafts-Wahlkampf gewertet wird. Hinsichtlich der mutmaßlichen Herkunft äußerte sich der nationale Geheimdienstdirektor James Clapper in einem Statement entsprechend deutlich:

The U.S. Intelligence Community (USIC) is confident that the Russian Government directed the recent compromises of e-mails from US persons and institutions, including from US political organizations. The recent disclosures of alleged hacked e-mails on sites like DCLeaks.com and WikiLeaks and by the Guccifer 2.0 online persona are consistent with the methods and motivations of Russian-directed efforts. These thefts and disclosures are intended to interfere with the US election process. Such activity is not new to Moscow—the Russians have used similar tactics and techniques across Europe and Eurasia, for example, to influence public opinion there. We believe, based on the scope and sensitivity of these efforts, that only Russia’s senior-most officials could have authorized these activities. (Q: dni.gov / lokale Kopie)

Die aktuellen Ankündigungen haben jedoch trotz der massiven Rhetorik eher außen- und sicherheitspolitische Hintergründe. Zum einen könnten die Meldungen über Planungen ein erneutes Signal der USA an die russische Regierung über das Ausmaß der Verärgerung durch beständige Hacking-Attacken sein. Damit könnten, ähnlich wie die bereits laufenden Verhandlungen mit China, die Grundlagen für ein gegenseitiges Einverständnis über eine Eingrenzung der für beide Staaten schädlichen Hacking-Kampagnen gelegt werden. Dazu passt, dass im Bericht von der Planung geheimer Zugriff die Sprache ist, während der Umstand der Planungen selbst öffentlich und im Vorfeld der Wiederaufnahme politischer Gespräche im Kontext der Syrien-Krise erfolgte.

Darüber hinaus kann man sicher davon ausgehen, dass der CIA bereits ohnehin beständig russische Netze durchsucht, eben Auslandsspionage betreibt wie es seiner Aufgabe entspricht. Da man nun jedoch den stärkeren Begriff der „Attacke“ verwendet (und damit einen deutlich militärischen Tonfall) wählt könnte den Anspruch der USA betonen, die absolute Vorrangstellung im Cyberspace inne zu haben, über entsprechende Ressourcen zu verfügen und bereit zu sein diese auch einzusetzen.

Es bleibt abzuwarten, welche offiziellen russischen Reaktionen es dazu geben wird. Die Anschuldigungen aus der Behörde von James Clapper wurden bislang rund als haltlos und „Non sense“ (Q: Interfax / lokale Kopie) abgelehnt.

 

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