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Die Bedeutung von Metadaten

Vor wenigen Tagen wurde durch neue Snowden-Veröffentlichungen bekannt, dass die NSA weltweit pro Tag ca. 5 Mrd. Datensätze zur Handy-Kommunikation erfasst (Link heise.de) um diese mit ihren unzähligen Tools auszuwerten. Meta-Daten sind all jene Informationen die aus technischer Sicht bei jeglicher technik-gestützten Kommunikation anfallen: also wer mit wem, wie lange von wo aus und wohin telefoniert oder welche Webseiten besucht wurden. Meta-Daten haben aus datenschutzrechtlicher Sicht drei entscheidende Eigenschaften: (1) man kann nicht vermeiden sie zu hinterlassen (2) Meta-Daten lassen sehr genaue Rückschlüsse auf soziale Beziehungen und das sogar das Verhalten der überwachten Person zu und (3) sie sind sehr gut zu analysieren.

Das die Bedeutung von dieser Massenerfassung nicht unterschätzt werden darf zeigen Studien, die anhand von (zumeist Handydaten) demonstrieren wie umfassend Persönlichkeits- und Gruppenprofile erstellt und darüberhinaus Vorhersagen über das wahrscheinliche Verhalten von Personen getroffen werden können. An dieser Stelle daher Links auf einige der wichtigsten Arbeiten

  • Gutachten von Edward W. Felten (Professor für Informatik und Öffentliche Angelegenheiten) im Rahmen einer Klage der ACLU gegen die NSA. (PDF, Originalquelle
  • Studie über die Rekonstruktion sozialer Strukturen und insbesondere der „Gegenseitigkeit“ sozialen Beziehungen anhand von Metadaten (PDF, Originalquelle Arxiv)
  • Erstellung von Gruppenstrukturen (PDF, Originalquelle)

 Für weitere Links auf Studien die sich Meta-Daten und ihrer enormen Aussagekraft widmen sei diese Link-Sammlung von Bruce Schneier empfohlen. In jedem Fall demonstrieren diese Arbeiten, dass es eben nicht „nur Metadaten“ sind, die gesammelt wurden, sondern viel mehr als das.

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